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02.03.2010 22:48
4418 Punkte
Nur so nebenbei ...

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Harte Strafe für Kinderschänder in Polen Pädophilen droht jetzt die chemische Kastration
» Zitat    » Antwort
 
 
  
bearbeitet: 16.03.2010 13:41
16.03.2010 13:38
2353 Punkte
die größte schwierigkeit besteht wohl darin, pädophilie zu definieren und bei einem menschen "festzustellen".
es gibt sicher einfache diagnosen, wo der fall klar ist, aber der großteil ist wohl sehr schwammig. ich denke auch, dass manch ein grenzwert nicht pauschal gesetzt werden kann. die frage ist nur, wie weit sich ein pädophiler der gesetzteslage nach "aus dem fenster lehnen kann", am besten nämlich gar nicht. ich stelle mir vor, dass sich pädophile in ihrer pädophilen neigung schlecht einschätzen können und angst vor der verachtung durch mitmenschen haben und sich deshalb auch gar nicht öffentlich mit dem thema befassen können; da macht die gesellschaft es den randgruppen ziemlich schwer, denke ich.

ich glaube nicht, dass pädophilien durch tests glaubhaft bestätigt werden können, das geht nur vom pädophilen selbst aus. auf jeden fall sollten sich diese menschen (psychotherapeutische) hilfe suchen, um besser mit ihrer sexuellen neigung umgehen zu können.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
bearbeitet: 16.03.2010 15:28
16.03.2010 15:27
17425 Punkte
Zitat

ich glaube nicht, dass pädophilien durch tests glaubhaft bestätigt werden können, das geht nur vom pädophilen selbst aus.

Also ich hab mal gehört, dass die Nazis ein Testverfahren hatten, um Homosexuelle ausfindig zu machen.
Testpersonen wurden Fotos von Mann und Frau gezeigt und währenddessen die Gehirnströme oder Puls oder was auch immer gemessen. (Ähnlich wie beim "Lügendetektor")
Weiß nicht, wie zuverlässig diese Methode ist.

Angenommen man hätte ein vernünftiges Maß für Pädophilie gesetzt, könnte man jene sicher irgendwie "nachweisen".
Trotzdem wäre es irgendwie erniedrigend, sich so einem Test unterziehen zu lassen.
Insbesondere wenn man bloß wild verdächtigt wird oder sich noch nichts zu Schulden hat kommen lassen.
So etwas sollte höchstens in stärksten Verdachtsfällen benutzt werden, wenn überhaupt.

Ich hab keine Abneigung gegen Pädophile. (Zumindest nicht gegen die, die ihrer Neigung noch nicht nachgegangen sind)
Die können schließlich überhaupt nichts dafür, und der Druck der Gesellschaft ist sicher auch ziemlich groß, sodass sich viele nicht trauen, sich einer Therapie zu unterziehen.
Allerdings will ich hier keinesfalls Kindesmissbrauch gutheißen.
Die Betroffenen müssen sich wohl oder übel dazu überwinden, sich einem Psychologen oder sonstigem Sachverständigen anzuvertrauen.

Mir tun sie auf jeden Fall irgendwie leid.


Grüße
» Zitat    » Antwort
 
 
  
(kein Bild)
16.03.2010 19:11
5650 Punkte
Das sind doch solche idioten
» Zitat    » Antwort
 
 
  
16.03.2010 19:27
17425 Punkte
Alex1994binich schrieb am 16.03.2010 um 19:11 Uhr

Das sind doch solche idioten

Super: Weder eine schlüssige Aussage, noch ein Argument, noch ein Funken Verständis.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
16.03.2010 20:54
15849 Punkte
Zitat

Also ich hab mal gehört, dass die Nazis ein Testverfahren hatten, um Homosexuelle ausfindig zu machen.
Testpersonen wurden Fotos von Mann und Frau gezeigt und währenddessen die Gehirnströme oder Puls oder was auch immer gemessen. (Ähnlich wie beim "Lügendetektor")
Weiß nicht, wie zuverlässig diese Methode ist.

Sicher nicht zuverlässiger als Lügendetektoren, und die sind ja nicht mal heute zuverlässig genug, um als aussagekräftige Indizien/Beweise für irgendwas zu gelten. Aber es reiht sich zumindest gut in den Kanon von Nazi-"Wissenschaft" ein, Rassenkunde, Schädel vermessen, etc.  :D
Und ansonsten, soll man jeden Menschen dann auf Pädophilie testen? Müsste man ja, solange sie nicht auffällig geworden sind, und dann ist es ja eh klar.
#ironie: Vielleicht könnte man solche Tests als Einstellungsvoraussetzung für Priester und so einführen. Mal schauen was die Hirnforschung in den nächsten Jahren bringt. #ironie_aus

Ich denke, die einzige Möglichkeit, Kinder zu schützen und Menschen mit pädophilen Neigungen zu helfen, ist zunächst mal Aufklärung und intensive Betreuung von Opfern sowie Therapieangebote für Betroffene. Und Prävention wo immer es möglich ist, natürlich.
Generell wäre es sicher schon hilfreich, wenn dieses Problem mal gesellschaftlich mit weniger Emotion und Tabu diskutiert würde.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
21.03.2010 21:25
6739 Punkte
Also ich find Pädophile einfach krank. Zu 99% der Fälle willigen die Kinder / Jugendliche nicht ein, obwohl beim Sex eigentlich die Einwilligung eines der wichtigsten Aspekte ist.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
21.03.2010 21:27
10522 Punkte
Torben1996 schrieb am 21.03.2010 um 21:25 Uhr

Also ich find Pädophile einfach krank. Zu 99% der Fälle willigen die Kinder / Jugendliche nicht ein, obwohl beim Sex eigentlich die Einwilligung eines der wichtigsten Aspekte ist.

Überdenke doch bitte noch einmal die Qualität deiner Aussage.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
28.04.2010 12:16
12164 Punkte
Torben1996 schrieb am 21.03.2010 um 21:25 Uhr

Also ich find Pädophile einfach krank. Zu 99% der Fälle willigen die Kinder / Jugendliche nicht ein, obwohl beim Sex eigentlich die Einwilligung eines der wichtigsten Aspekte ist.
Wär ich mir garnicht mal so sicher. Oft wissen die Kinder doch garnicht, was sie da tun bzw. was mit ihnen gemacht wird. Wenn sie definitv wüssten, dass das was da passiert was schlechtes ist, würden sie sich weigern, aber so machen viele zögerlich und verunsichert mit...
Zumindest liest man das oft so in Interviews und Erzählungen von Opfern.
» Zitat    » Antwort
 
 
  
bearbeitet: 28.04.2010 14:39
28.04.2010 14:19
6492 Punkte
Mein erster Beitrag seit Ewigkeiten, weil ich das Thema sehr interessant und diskutierenswert finde.
Was mir sehr wichtig ist, dass man auch bei einem so emotional aufgeladenen Thema wie Pädophilie, Kindesmissbrauch, u.ä. nicht immer gleich reflexartig reagieren sollte, sondern an das Thema mit einem kühlen Kopf herangeht und sachlich und wirklich umfassend darüber diskutiert. Ich habe wolfis und carlitos Auseinandersetzung mit Interesse verfolgt und möchte hier nur kurz meine Gedanken als Diplom-Soziologe hinzufügen, der seine Diplomarbeit genau über das Thema Kinder und Kindheit geschrieben hat und daher vllt. auch einen weiteren Blick auf das Thema beitragen kann:

Ich möchte zunächst einmal davor warnen, sich ausschließlich und alleinig auf die Psychologie als "wahrheitsbestimmende" Wissenschaft zu verlassen, da auch die Psychologie a) viele Fragen noch nicht ansatzweise beantwortet hat, b) einigen Phänomenen gegenüber von vornherein leider sehr voreingenommen bzw. eingeschränkt begegnet und c) aufgrund ihres Status als Populärwissenschaft zwar zu allen Themen etwas beitragen kann aber sicherlich nicht die alleinige Erklärungskraft besitzt.
Dies zeigt sich vor allem bei Carlitos Aussage über das (ich zitiere nicht ganz wortgemäß) naturgegebene Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern, die auf verschiedenen Eigenschaften beruhen soll. Zunächst ist dieses Machtgefälle keineswegs naturgegeben (was ein Blick in die Geschichte beweist, in der Kinder zu vielen Zeitpunkten nicht anders als Erwachsene behandelt wurden und in der es häufig eine spezifische Vorstellung zu einer eigenen Lebensphase "Kindheit" überhaupt nicht gab), sondern eine soziale Konstruktion der letzten Jahrhunderte (die natürlich auch einen gewissen Zweck erfüllt, das bestreite ich gar nicht!). Eine Pauschalaussage über die Unmündigkeit, Unerfahrenheit, Inkompetenz von Kindern und die genau gegenteiligen Eigenschaften von Erwachsenen verbietet sich von selbst. Es gibt erfahrene Kinder, erfahrene Erwachsene, dumme Kinder, dumme Erwachsene, usw. Daher lässt sich eine Zweierunterscheidung Erwachsener-Kind eigentlich nicht wirklich halten. Und gerade sehr viele neuere Studien (die auch teilweise aus der Psychologie kommen) belegen immer stärker die schon früh vorhandenen Kompetenzen von Kindern und zeigen, dass der naturgegebene Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen keineswegs so groß ist, wie er gerade in unserer westlichen Kultur immer betont wird.
Worauf ich mit diesem soziologischen Exkurs hinauswill:
Ich glaube, dass nicht jede sexuelle Handlung eines Erwachsenen mit einem Kind (allein die Definition von "Kind" anhand des Alters ist ja schon schwierig genug, selbst mit Abstufungen wie "Kleinkind", usw.) zwangsläufig negativ sein muss, den Kindern psychische Schäden zufügt, usw. sondern der jeweilige Kontext entscheidend hierfür ist.
Ich will damit in keinster Weise sagen, dass Kindesmissbrauch oder ähnliche Dinge harmlos sind oder straffrei sein sollten, um Gottes Willen! Jeder, der eine andere Person missbraucht, sie entweder mit physischer oder psychischer Gewalt zu etwas zwingt, was diese Person nicht will, gehört bestraft!
Ich möchte lediglich davor warnen, dass man aufgrund unseres gesellschaftlichen Kindheitsbildes bei jeder sexuellen Handlung zwischen einem Erwachsenen und einem "Kind" quasi automatisch von einer Missbrauchssituation oder einer schädigenden Handlung ausgeht. Sowas muss einfach immer differenziert betrachtet werden.
In einer der letzten Talkshows zum Thema "Missbrauch in der katholischen Kirche" hat auch ein populärer Psychologe davor gewarnt, Pädophilie mit Missbrauch gleichzusetzen. Das eine ist eine Neigung, das andere eine rechtswidrige Ausübung dieser Neigung. Für eine Neigung kann niemand bestraft werden, solange er sie im legalen Rahmen ausübt. Daher plädierte der Psychologe für eine frühzeitige Prävention und Hilfsangeboten für Pädophile, mit denen diesen Menschen geholfen werden soll, mit ihrer Neigung zu leben, ohne dass diese in Kinderschändung oder Schlimmeres mündet. Halte ich für einen guten und richtigen Ansatz.

Das klingt jetzt alles wahrscheinlich so, als würde ich hier den Verteidiger der Kinderschänder spielen wollen, so ist es aber keineswegs. Für überführte Kinderschänder sollte das Strafmaß m.E. deutlich erhöht bzw. eine Sicherungsverwahrung grundsätzlich die naheliegende Anschlussmaßnahme sein. Dennoch ist es bei diesem Thema wie bei fast allen anderen Themen auch: Man muss immer differenziert schauen und beurteilen und sollte nich reflexartig reagieren.

By the way wäre mal wirklich interessant, ab wo man die Grenze von akzeptablen Handlungen mit Kindern zieht und wo eben Missbrauch anfängt. Das ist leider gar nicht so einfach und vor allem vor dem Hintergrund der derzeitigen Debatte umso schwerer.

EDIT: Noch eine Frage zum Thema "Krankheit Pädophilie?", vielleicht weiß da jemand genaueres, weil ich das richtig interessant finde. Wenn eine solche Neigung (oder andere Neigungen, die normabweichend und von mir aus auch schädigend für andere sein können) eine Krankheit ist, müsste sie ja durch irgendwelche hirnpsychologischen, medizinischen, biologischen Maßnahmen als solche nachweisbar sein, oder? Ist das so? Ich habe kürzlich in einem Buch eines Psychologen gelesen, dass beispielsweise der Kannibale von Rothenburg, der ja auch landläufig gerne als "krank" bezeichnet wird, keineswegs eine nachweisbare Schädigung aufweist, sondern im Prinzip grundsätzlich ganz normal ist, nur eben eine erschreckende, fürchterliche Neigung auslebt. Auch das soll nicht bedeuten, dass ich damit Pädophilie verharmlosen will, ganz im Gegenteil. Ich denke, dass man mit dieser lässigen Bemerkung "Die sind ja krank!" das Problem viel zu sehr an den Rand schiebt und damit vllt. langfristig noch größer macht als wenn man anerkennt, dass diese Menschen definitionsgemäß eben NICHT krank sind, sondern nur eine abweichende und für unsere Gesellschaft (sofern sie im negativen Sinne ausgeübt wird) schädigende Neigung haben.

Gruß
Steffen
» Zitat    » Antwort
 
 
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